Daughter of Smoke & Bone

Mai 15, 2018

Die 17-jährige Karou ist ein wahres Maltalent. Notizbuch um Notizbuch füllt die Kunstschülerin mit ihren Zeichnungen. Ihre Freunde ahnen dabei nicht, dass die fantastischen Wesen, die Karou Tag für Tag zu Papier bringt, alles andere als erfunden sind… Ihr Doppelleben gerät ins Wanken, als eines Tages ein mysteriöser Fremder auftaucht, der alles daran setzt, sie und ihre Familie zu zerstören.


„Daughter of Smoke & Bone“ ist das zweite Buch, das ich von Laini Taylor gelesen habe. Wie auch schon in „Strange the Dreamer“ fiel mir sofort ihr malerischer Schreibstil auf, der einen als Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Ebenso außergewöhnlich wie ihr Schreibstil ist auch ihre Gestaltung der Geschichte von Karou.
Karou ist eine Figur, die im ersten Moment geradezu stereotyp für das Genre YA Fantasy wirkt. Sie passt sich nicht gern an, ist rebellisch, aber auch unsicher über ihre Herkunft und Zukunft. Vielleicht war genau das der Grund, wieso ich mir so viel Zeit gelassen habe, dieses Buch zu beginnen. Ich hatte befürchtet, etwas zu lesen, das ich schon tausend Mal gelesen habe. Diese Angst war zum Glück zu großen Teilen unbegründet.

Karou überzeugt als Charakter. Sie hat ihren eigenen Willen und wächst an ihren Aufgaben. Sogar Karous blauen Haare und zahllosen Tätowierungen passen perfekt zu ihr und sind nicht bloß Gestaltungsmittel der Autorin, um sie rebellischer wirken zu lassen.
Auch die Nebencharaktere, allen voran Akiva (hach Akiva…), Zuzana und Brimstone sind überraschend vielschichtig.

Leider ist da aber auch dieser eine Punkt, der voll dem Klischee des YA Genres entspricht. Die Liebe auf den ersten Blick (a.k.a. Insta-Love) zwischen Karou und Akiva, diese mysteriöse Anziehung noch bevor sich die beiden Charaktere überhaupt kennen lernen. Für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten, was mich die Geschichte insgesamt etwas weniger genießen ließ.

Ich würde „Daughter of Smoke & Bone“ nicht gerade als Actionkracher bezeichnen, aber es passiert doch einiges auf den gut 430 Seiten. Laini Taylors wunderbarer Schreibstil tröstete über die paar Längen hinweg, die das Buch insbesondere im letzten Drittel hat.
Alles in allem ein sehr unterhaltsames Buch, insbesondere für Leser, die sich gerne in traumhaften Formulierungen verlieren. Die Handlung selbst konnte mich leider nicht vollständig überzeugen, deshalb vergebe ich „Daughter of Smoke & Bone“ 4 Sterne.

Ob ich die Fortsetzung „Days of Blood & Starlight“ lesen werde, weiß ich noch nicht. Das Ende dieses Buches möchte dazu verleiten, sofort mit dem zweiten Band zu beginnen, aber Karous und Akivas Liebesgeschichte konnte mich hierfür zu wenig fesseln. Viel mehr interessiert mich, wie sich der Krieg zwischen den Chimären und Engeln weiterentwickelt. Also werde ich die Trilogie wohl irgendwann wieder aufnehmen – nur nicht in nächster Zeit.

Meine Bewertung: 🌼🌼🌼🌼

"Daughter of Smoke & Bone" von Laini Taylor ist 2011 bei Little, Brown Books for Young Readers erschienen.

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